Lage und Beschreibung der Einrichtung

Die katholische Kindertageseinrichtung St. Peter und Paul liegt im Iserlohner Norden im Ortsteil Kalthof.
Sie befindet sich direkt neben der katholischen Kirche. Der Schüttholzweg endet in einer Sackgasse und liegt daher sehr verkehrsberuhigt. Die Kindertageseinrichtung ist umgeben von Ein- und Mehrfamilienhäusern.
Die katholische Kindertageseinrichtung St. Peter und Paul wurde am 27. Mai 1973 eingeweiht.
Die Einrichtung nahm ihre Arbeit mit zunächst nur einer Gruppe auf. Nach den Sommerferien waren es dann 90 Kinder in 3 Gruppen.
Ab August 1978 wurde durch ein neues Gesetz die Zahl der Kinder auf 25 pro Gruppe begrenzt. Fortan konnten nur noch 75 Kinder aufgenommen werden.
Durch den Zuzug vieler Neubürger in die Neubaugebiete und das neue Kindergartengesetz, welches jedem Kind ab drei Jahren einen Platz zusichert, war das Angebot nicht mehr ausreichend. Die Verlagerung des Gymnastikraumes in den Keller ermöglichte die Einrichtung einer vorübergehenden Notgruppe.
Von September 1996 bis August 2004 wurden nun in vier Gruppen 100 Kinder betreut.
Ab August 2004 waren es wieder drei Gruppen mit einer Gruppenstärke von je 25 Kindern.
Mit Inkrafttreten des neuen Kinderbildungsgesetzes wurden ab August 2008
6 Kinder im Alter von 1-3 Jahren aufgenommen. Damit reduzierte sich die Gesamtkinderzahl auf 62.
Am 14. Juni 2014 wurde der Anbau für die U-3 Betreuung eingeweiht. Seit dem
1. August 2014 betreuen wir in einer reinen U-3 Gruppe 10 Kinder im Alter von
1 – 3 Jahren und in zwei Regelgruppen je 25 Kinder im Alter von 3 – 6 Jahren.

Unter Berücksichtigung der Buchungsstunden ist unsere Einrichtung voll belegt. Wir betreuen zurzeit 57 Kinder in 2 Gruppenformen:

Gruppenform II-die 1-3jährigen Kinder werden im Spatzennest betreut
die Gruppenstärke beträgt maximal 10 Kinder

Gruppenform III-die 3-6jährigen Kinder werden in der Bären- und in der
Eichhörnchengruppe betreut
die Gruppenstärke beträgt je maximal 25 Kinder

Bei beiden Gruppenformen können folgende Stundenzahlen gebucht werden:
a - 25 Stunden
b - 35 Stunden
c - 45 Stunden

Familienzentrum

Im Juli 2015 ist unsere Einrichtung zum Familienzentrum zertifiziert
worden. Unser Familienzentrum „Hand in Hand“ Kalthof arbeitet im Verbund
mit der Kindertageseinrichtung „Lummerland“ aus Kalthof.
Im Sommer 2019 haben wir die Re-Zertifizierung erfolgreich abgeschlossen.
Das Angebot des Familienzentrums richtet sich nach den Bedarfen der Familien
aus unserem sozialen Raum.
Informationen über die Kurse und Aktionen erhalten die Familien über unsere
Homepage, Flyer oder Aushänge im Schaukasten und im Eingangsbereich.

Familienpastoraler Ort

Im Juni 2016 hat sich unsere Einrichtung als Familienpastoraler Ort zertifiziert.
Die Familienpastoral im Erzbistum Paderborn konkretisiert sich in der
Kindertageseinrichtung in fünf Bereichen.
Diese sind:
Evangelisierung Angebote, die sich mit der Weitergabe des Glaubens befassen.
Beratung Angebote, die Eltern in Fragen der Erziehung, der Lebensgestaltung
und bei spezifischen Problemen helfen.
Politik Angebote, mit denen sich unsere Einrichtung für Familien im Sozialraum
einsetzt.
HilfeAngebote, die das Leben in den Familien unterstützen.
Im Frühjahr 2019 hat unsere Einrichtung die Re-Zertifizierung abgeschlossen.

Öffnungs- und Buchungszeiten

45 Stunden:

Montag bis Freitag 7.00 — 16.00 Uhr

35 Stunden:

Montag bis Freitag 7.00 — 12.15 Uhr und 14.00 — 16.00 Uhr

oder

Montag bis Freitag 7.00 — 14.00 Uhr

25 Stunden:

Montag bis Freitag 7.15 — 12.15 Uhr

Innerkirchlicher Auftrag

In der Elternbroschüre „Für Ihr Kind“ (Statuten) werden die Grundsätze der katholischen Kindertageseinrichtung dargestellt.
Diese Grundsätze sind Grundlagen des Betreuungsvertrags. Das Statutenheft erhalten alle Eltern, wenn sie den Betreuungsvertrag unterschreiben.
Über den gesetzlichen Auftrag hinaus führen die katholischen Einrichtungen auf Grundlage des Menschenbildes die Kinder zum christlichen Glauben. Jedes Kind wird als einmalig und als ein Ebenbild angesehen.
In der Broschüre „Unser Leitbild“ der katholischen Kindertageseinrichtungen Ruhr-Mark gem. GmbH, die alle Eltern beim Unterschreiben des Betreuungsvertrages ebenfalls erhalten, steht, dass die Katholischen Tageseinrichtungen für Kinder Lebensorte des Evangeliums sind, der Verheißung Gottes. Hier erfahren Kinder und Familien, dass Gott an ihrer Seite ist.

Partizipation

Partizipation in einer Kindertageseinrichtung meint eine Teilhabe der Kinder an verschiedenen Entscheidungen im Kindergartenalltag. Ein wichtiges Erziehungsziel dabei ist, dass die Kinder lernen ihre eigenen Ideen, Wünsche, Bedürfnisse und wahrzunehmen und zu äußern. Außerdem lernen sie, ihre Meinung zu vertreten und hören in der Diskussion auch andere Standpunkte und akzeptieren.
In unserem Kindergartenalltag wird Partizipation in folgender Form praktiziert:
Alle Mitarbeitenden, Eltern und Kinder pflegen einen respektvollen Umgang miteinander.
Die Morgenkreise sind so strukturiert, dass alle Kinder täglich die Möglichkeit bekommen, sich zu beteiligen.
Die Kinder entscheiden selbst in welchem Spielbereich sie sich aufhalten und an welchen Aktionen sie teilnehmen
Die Kinder entscheiden selbst wann, und mit wem sie frühstücken gehen und wie viel sie essen möchten
Die Kinder beteiligen sich an der Raumgestaltung
Bei Anschaffungen für die Kinder werden ihre Ideen angehört.
Die Kinder gestalten den Morgenkreis mit, indem sie ihre Wünsche äußern, was die Auswahl der Spiele oder Lieder betrifft.
Die Mitarbeiter akzeptieren die Entscheidungen des Kindes solange sie seinem Wohl dienen
Projekte und Aktionen werden gemeinsam mit den Kindern geplant

Ihr Recht auf Mitbestimmung können alle Kinder auf folgende Weise wahrnehmen:
Kinder äußern ihre Meinung und Wünsche
Regeln werden mit den Kindern gemeinsam besprochen und aufgestellt
Jeder hat das gleiche Recht gehört zu werden
Entscheidungen treffen/ Abstimmungen durchführen.
Jeder hat nur eine Stimme
Beschwerdeverfahren
Einmal in der Woche findet im Morgenkreis die Beschwerderunde statt. Angesammelte Beschwerden, die sich in einer Beschwerdebox befinden, werden gemeinsam mit den Kindern besprochen.
Außerhalb der Beschwerderunden haben die Kinder die Möglichkeit zu jeder Zeit, ihre Beschwerde zu äußern.
Die Beschwerden der Kinder betreffen sehr unterschiedliche Themen. Manche Beschwerden können sofort mit der pädagogischen Kraft geklärt werden. Die anderen werden entweder auf Gruppenebene, mit dem gesamten Team oder mit der Leitung geklärt.
Wir unterscheiden zwischen drei Beschwerdearten:
•Beschwerde auf Gruppenebene
•Beschwerde über eine pädagogische Kraft
•Beschwerde ganze Kita betreffend
Für diese Beschwerdearten wurde ein Ablauf erarbeitet, bei dem es ganz wichtig ist, die Beschwerden der Kinder und deren Bearbeitung zu visualisieren. Die Kinder bekommen dadurch das Gefühl ernstgenommen zu werden und wissen, dass ihre Anliegen mit einem Ergebnis bearbeitet werden.
Für Beschwerden auf Gruppenebene wurde eine Beschwerdewand im Gruppenraum erstellt und für die Kita betreffenden im Flur unserer Einrichtung.

U-3- Kinder

„Partizipation von Kleinstkindern bedeutet, dass sie an allen sie betreffenden Entscheidungen beteiligt werden.“ („Kindergarten heute 8/2011“)

Auch bei Ein- bis Dreijährigen bieten sich im Alltag vielzählige Möglichkeiten zur Mitgestaltung, Mitbestimmung und Beschwerde.

Beispiel Essen: Zeigt das Kind, dass es satt ist – z.B. indem es den Mund nicht mehr öffnet oder den Kopf wegdreht – wird dies von den Fachkräften wahrgenommen und akzeptiert.

Beispiel Morgenkreis: Den Kindern wird angeboten im Morgenkreis mitzuspielen, zu musizieren. Den Ablauf planen die pädagogischen Kräfte unter der Berücksichtigung der Interessen, die sie aus der Beobachtung ableiten.
Bei gruppenübergreifenden Entscheidungen, z.B. Anschaffungen, Eltern-Kind-Aktionen), stimmen auch die Kinder aus dem U3-Bereich durch Foto im Morgenkreis ab. Wenn die Kinder dazu noch nicht in der Lage sind, entscheiden die pädagogischen Kräfte stellvertretend im Sinne des Kindes.

Beispiel Pflegesituation:Die Bezugserzieherin achtet darauf, vor dem Wickeln mit dem Kind in Kontakt zu treten und wenn möglich zu fragen, ob es jetzt gewickelt werden möchte. Das Kind kann z.B. auch zeigen, ob es eventuell von einer anderen Person gewickelt werden will.

Beschwerde: Kinder, die noch nicht in der Lage sind, ihre Beschwerde auszusprechen, äußern dies durch Mimik, Gestik, Körperhaltung oder weinen. In manchen Situationen möchten sie den Kontakt zu anderen Kindern oder Erwachsenen meiden, indem sie schubsen oder sich wegdrehen. Auf diese Äußerungen reagiert das pädagogische Personal feinfühlig, deutet diese Signale und reagiert entsprechend.

Soziale Kontakte:Das Kind zeigt und entscheidet selbstbestimmt, zu wem und in welchem Maße es Bindung aufbaut bzw. Kontakt, Zuwendung der Fachkräfte einfordert (z.B. dass es die Tätigkeiten der Fachkräfte begleitet: Teewagen holen, Frühstücken, alltägliche Handlungen).

Raumgestaltung und Material:
Die Rahmenbedingungen sind so gestaltet, dass auch die U-3- Kinder eigene Entscheidungen treffen können
Offene Schränke mit frei zugänglichem Material in Körben
Die Räume sind so eingerichtet, dass die Kinder sich frei bewegen können, ohne dass wir Erzieher aus Angst vor Verletzungen oder Unfällen ständig Verbote aussprechen oder einschreiten müssen.

Es besteht auch außerhalb der Mittagsruhe für die Kinder jederzeit die Möglichkeit sich zurückzuziehen und auszuruhen.

7.2. Inklusive / Integrative Erziehung

Laut SGB VIII § 22a und Kinderbildungsgesetz § 8 haben alle Kinder ein Recht auf eine wohnortnahe Betreuung.
Inklusion bedeutet, dass ALLE Menschen dazugehören und dieselbe Chance auf Bildung haben, egal ob mit oder ohne Behinderung.
Aus diesem Grund arbeitet unsere Einrichtung inklusiv/integrativ und schließt alle Familien mit ein. Wir ermöglichen Kindern mit einer Behinderung oder Kindern, die von einer Behinderung bedroht sind, den Besuch unserer Einrichtung.
Ziele einer solchen Pädagogik der Vielfalt sind:
Chancengleichheit
Antidiskriminierung
Soziale Gerechtigkeit
Teilhabe des Kindes und seiner Familie
(Kindergarten heute 1/2014 das Leitungsheft)
Wir sehen Inklusion als einen sozialen Prozess, bei dem gleichberechtigtes Zusammenleben die Grundlage für gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse ist.
Inklusion hilft, Vorurteilen vorzubeugen und es entsteht ein natürlicher Umgang mit Behinderungen. Es werden Ängste und Verhaltensunsicherheiten abgebaut.

Ziel der inklusiven und integrativen Erziehung ist es, alle Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen, zu ermutigen und zu stärken. Das Kind soll eine möglichst große Selbständigkeit im Bereich des Alltags erlangen. Unsere Arbeit erlaubt den Kindern, gemeinsam voneinander zu lernen. Die Kinder mit einer Beeinträchtigung werden in unserer Einrichtung nicht therapiert, sondern nach individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten in ihrer Entwicklung unterstützt. Die Unterstützung dieser Kinder findet im Rahmen der täglichen Abläufe des Kindergartenalltags statt. Die Kinder bekommen so viel Hilfe wie nötig und so wenig wie möglich. Innerhalb des Gruppenlebens achten wir darauf, dass die Kinder nicht unter- bzw. überfordert werden. Uns ist es wichtig, gemeinsame Spielsituationen in Klein- und in Großgruppen anzuregen. Bei der Auswahl des Angebotes achten wir darauf, dass sich diese an der Lebensumwelt der Kinder orientieren und auf ihre Stärken und Interessen angepasst sind. Die Kinder bekommen Zugang zu Bildungsprozessen und werden angeregt, sich an vielen Entscheidungen zu beteiligen.

Um die inklusive und integrative Erziehung zu realisieren und die Kinder mit einer Behinderung bzw. die von einer Behinderung bedroht sind, in ihrer Entwicklung zu begleiten, wird ein Antrag auf Gewährung einer Zuwendung zu den behinderungsbedingten Betriebskosten bei dem Landschaftsverband Westfalen- Lippe (LWL) gestellt. Die Antragstellung beinhaltet einen Teilhabe- und Förderplan, der gemeinsam mit den pädagogischen Kräften und der Fachkraft mit dem Schwerpunkt inklusive/integrative Erziehung erarbeitet wird. Erfolgt eine Zusage seitens des LWL, wird eine zusätzliche Fachkraft vom Träger eingestellt, die das Stammteam entlastet, damit es sich um die Belange der inklusiven/integrativen Erziehung kümmern kann. Sie unterstützt das Team in seiner gesamten pädagogischen Arbeit. Auf diese Art und Weise ist weiterhin die konstante Bindung gewährleistet. Die Fachkraft mit dem Schwerpunkt inklusive/integrative Erziehung ist eine staatlich anerkannte Erzieherin. Sie besucht regelmäßig Arbeitskreise, erarbeitet die Teilhabe- und Förderpläne und bespricht diese mit dem gesamten Team. Die anderen Mitarbeiter nehmen nach Bedarf an Fortbildungen teil, die hilfreich für die Gestaltung des Tagesablaufes sind.
Auch eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern und anderen Institutionen ist für uns von großer Bedeutung. Sie findet unter Einhaltung des Datenschutzes und im Einvernehmen mit den Eltern mit Frühförderstellen, Therapeuten und Ärzten vor Ort statt.
Es findet ein regelmäßiger Informationsaustausch mit den Eltern statt. Hier erfahren die Eltern den aktuellen Entwicklungsstand ihres Kindes und werden über die Inhalte der Förder- und Teilhabepläne sowie über weitere entwicklungsförderliche Maßnahmen informiert.
Eine große Bedeutung haben auch Informationen seitens der Eltern, wie z.B. Veränderungen in der Familie, der individuelle Lebensstil, Berichte anderer Institutionen, bei denen die Kinder therapeutisch betreut werden.
Bereits bei der Anmeldung erfolgt ein intensiver Aufnahmeprozess. Die Eltern liefern uns wichtige Informationen über das Kind. So ist es den pädagogischen Kräften möglich, sich gut auf ihren ersten Kindergartentag vorzubereiten.
In den integrativen Gruppen findet keine Überbelegung statt.

Teiloffenes Konzept

In unserer Einrichtung arbeiten wir nach dem teiloffenen Konzept.
Bei diesem Modell gehört jedes Kind einer Stammgruppe an. Man geht davon aus, dass feste Bezugspersonen und Raumzugehörigkeiten für Kinder wichtig sind. Dies gibt ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.
Gleichzeitig wird jedoch auch der Freiheit und der kindlichen Selbstbestimmung ein wichtiger Platz eingeräumt. Dies geschieht, indem die eigentlichen Gruppenräume nach dem Morgenkreis, welcher in den jeweiligen Stammgruppen stattfindet, geöffnet und somit zu Funktionsräumen verwandelt werden. Darüber hinaus werden weitere Funktionsräume, wie der Bewegungsraum, die Holzwerkstatt und der Außenbereich für die Kinder zugänglich gemacht. All diese Räume stehen den Kindern in der Regel bis 11.00 Uhr zur Verfügung, ganz egal, ob sie sie zum Freispiel nutzen oder an angeleiteten Angeboten, die den Kindern im Morgenkreis kurz vorgestellt werden, teilnehmen.
Auch die U3-Kinder nehmen im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten das teiloffene Konzept wahr. Bei Bedarf werden sie von einer Erzieherin aus dem U3-Bereich dabei begleitet. Die Kinder werden durch die pädagogischen Kräfte dabei unterstützt, die Regeln des teiloffenen Konzeptes zu erlernen. Sie entscheiden selbständig in welchem dieser Räume sie sich beschäftigen. Anhand von Magnettafeln, welche an allen Gruppen- bzw. Funktionsraumtüren zu finden sind, können die Kinder sich einen Überblick darüber verschaffen, welche Kinder und Erzieher sich wo aufhalten und wie viele Plätze in dem gewünschten Bereich noch frei sind. Nachdem sich das Kind entschieden hat welchen Raum es nutzen möchte, macht es mit dem eigenen Magneten kenntlich wo es sich aufhält. Darüber hinaus werden durch dieses System auch die Kinder unterstützt, die ihre Bedürfnisse und Wünsche sprachlich nicht äußern können.
Um ca. 11.00 Uhr werden die Funktionsräume wieder geschlossen und alle Kinder finden sich in ihren Stammgruppen ein. So wird den Ü3-Kindern nochmal die Möglichkeit gegeben gesammelt nach draußen zu gehen und den U3 Kindern sich auf das Mittagessen vorzubereiten.

Wir sehen in diesem Konzept viele Vorteile für die Kinder:
•die Vielfalt der pädagogischen Kräfte, Kinder, Materialien und Räumlichkeiten wird kennengelernt
•feste Bezugspersonen bleiben erhalten
•Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe bleibt bestehen
•bessere Integrationsmöglichkeiten für schüchterne und zurückhaltende Kinder werden geschaffen
•die Perspektive der Kinder wird erweitert und ausgebaut
•Entscheidungsfreiheit der Kinder wird gefördert und Entscheidungen werden respektiert und akzeptiert
•Selbstständigkeit der Kinder wird weiter aufgebaut und anerkannt
•Kinder erfahren Vertrauen der Erzieher
•langsame Eingewöhnung an das Prinzip der Funktionsräume ist gegeben
•bessere spielerische Entfaltung in den Funktionsräumen wird ermöglicht
•Kinder lernen zu ihren Entscheidungen zu stehen
•Sozialkontakte außerhalb der Gruppenräume werden gefördert
•Kinder fühlen sich in und mit ihren Interessen und Vorlieben akzeptiert
•Beobachtungsmöglichkeiten für Erzieher werden spezifischer und somit vereinfacht

Wichtig ist uns hier noch zu erwähnen, dass zu Beginn eines neuen Kindergartenjahres, während der Eingewöhnungszeit, das Kennenlernen und Zusammenwachsen der jeweiligen Gruppen im Fokus steht. Dann rückt die teiloffene Arbeit zunächst in den Hintergrund und wird nach angemessener Zeit wieder intensiviert.

Tagesablauf

Infektionsschutz und Hygieneregeln
Zur Vermeidung von Infektionskrankheiten im direkten Umfeld, werden die Verhaltensregeln alters- und entwicklungsentsprechend mit den Kindern besprochen eingeübt und ritualisiert. Hierzu zählen das Händewachen, Husten- und Niesetikette, Tischhygiene.

7.00 – 9.00 Uhr Bringphase
Zu Beginn werden Vorbereitungen für das Frühstück getroffen und aktuelle Informationen ausgetauscht. Die Kinder werden bis 8.00 Uhr in der Auffanggruppe von den pädagogischen Kräften begrüßt und in Empfang genommen. Danach folgt die Aufteilung der Kinder in ihre Gruppen.
Im Eingangsbereich heißen wir unsere Familien und Kinder willkommen. Unsere Rezeption ist in der Zeit von 7.30 – 9.00 Uhr mit einer Mitarbeiterin besetzt. Diese ist Ansprechpartnerin für viele verschiedene Belange, z.B. die Gruppen-Infobücher (alle wichtigen Infos über das Kind für den Tag werden eingetragen), Weitergabe von Informationen, Annahme von Telefongesprächen.
Am Pult der Rezeption befinden sich auch die Magnetwände mit den Fotos der Kinder. Das Kind nimmt sein Foto am Magnet und hängt ihn an die Magnetwand vor der jeweiligen Gruppe.

7.00 – 10.45 Uhr Frühstück
Es findet ein gleitendes Frühstück im Frühstückscafe statt. Die Kinder haben dort die Möglichkeit, ihr mitgebrachtes Essen zu verzehren. Die Kinder decken ihren Frühstücksplatz selbst. Auf den Tischen stehen Rohkostteller, Tee und Wasser für die Kinder bereit.
Einmal im Monat findet das Frühstücksbuffet statt. Hierfür erhält die Einrichtung die Lebensmittel von den Eltern gespendet.

9.00 Uhr Morgenkreis
Die Kinder aus beiden Regelgruppen treffen sich jeden Morgen in ihren Gruppenräumen und die Kinder aus dem U3-Bereich in ihrer Stammgruppe.
Wir beginnen mit dem Begrüßungslied und der Aktualisierung des Kalenders (Wochentag, Datum, Monat, Jahreszeit, Wetter). Der weitere Ablauf des Morgenkreises wird individuell und den Wünschen der Kinder angepasst gestaltet.
Zum Abschluss wird der Ablauf des Vormittags (was findet wo statt) besprochen.
Freitags treffen sich alle Kinder im Bewegungsraum zu einem Singkreis. An diesem Tag fällt der reguläre Morgenkreis aus.

9.30 Uhr Öffnung der Funktionsräume
Die Kinder entscheiden selbständig welche Räume sie nutzen werden. Die Arbeit in den Funktionsräumen wird nach Möglichkeit von den pädagogischen Kräften begleitet. In dieser Zeit dürfen fünf Kinder aus jeder Ü3 Gruppe auch alleine im Außengelände spielen.

10.45 Uhr Aufräumphase
Die Funktionsräume werden gemeinsam mit den Kindern aufgeräumt.

Ab ca. 11.00 Uhr Spielen im Außengelände
Wir gehen möglichst bei jedem Wetter nach draußen. Ausnahmen sind extreme Wetterlagen (Sturm, hohe Ozonwerte). Das Spielen im Außengelände wird von allen pädagogischen Kräften begleitet. Auf Wunsch der Kinder besuchen wir auch die naheliegenden Spielplätze.

12.00 - 12.15 Uhr Abholphase
Kinder, die eine Betreuungszeit von 25 Stunden, 35 Stunden geteilt gebucht haben und die Kinder, die die Übermittags- und Nachmittagsbetreuung nicht in Anspruch nehmen, werden von ihren Eltern oder Abholberechtigten abgeholt.

12.15– 13.15 Übermittagszeit
Das Mittagessen findet in einem Gruppenraum und „Cafeteria“ statt. Ab einer wöchentlichen Betreuungszeit mit 35 Stunden dürfen die Kinder an einer warmen Mahlzeit teilnehmen.
Kinder, die ein Einschlafbedürfnis nach dem Mittagessen haben, werden von einer pädagogischen Kraft in einem mit Schlafplätzen ausgestatteten Raum begleitet.
Kindern, die nicht schlafen möchten, werden in einem anderen Raum alternative Aktivitäten wie z.B. Mandalas, Geschichten vorlesen/hören, Geschichten zum Entspannen angeboten.

13.15 – 16.00 Uhr Abholphase
Verabschiedung der Kinder.

14.00 Uhr Nachmittagsbetreuung
Die Kinder werden in den Gruppenräumen betreut und haben die Möglichkeit, den Bewegungsraum, Rollenspielbereich, Baubereich, das Atelier zu nutzen oder an vorbereiteten Aktionen teilzunehmen.

 

Religiöse Erziehung und Wertevermittlung

Die religiöse Erziehung ist integrativer Bestandteil unserer Arbeit und Grundausrichtung unseres pädagogischen Handelns. Sie vollzieht sich im täglichen Miteinander.
Praktische Beispiele hierfür sind: Gebete vor dem Essen, Singen von religiösen Liedern, Hören von Geschichten aus der Bibel mit Hilfe verschiedener Legetechniken, Erleben von sinnesorientierter Religionspädagogik, …
Die Vorbildfunktion und Haltung der Erzieherin spielen gerade in diesem Bereich eine wichtige Rolle, da die Basis zur Vermittlung von Werten Toleranz, Nächstenliebe, gegenseitige Achtung bildet.
Beispielsituationen sind: tägliche Begrüßung, jedes einzelne Kind wahrnehmen und annehmen.
Durch religiöses Erleben praktischer Dinge bei kirchlichen Festen, in Brauchtum und Ritualen erfahren die Kinder die Glaubensinhalte: das Leben Jesu, die Schöpfung, einzelne Hochfeste, …
Die Gemeindereferentin besucht zu den kirchlichen Festen immer wieder die Einrichtung und bringt den Kindern den Glauben näher. Gemeinsam gestalten wir mit den Kindern Wortgottesfeiern.
St. Martin wird gefeiert, Sankt Nikolaus besucht jedes Jahr den Kindergarten, die Heilige Nacht und ihre Botschaft wird den Kindern nähergebracht, das Osterfest und die Auferstehung Jesu sind ein Thema, Krippenspiel im Advent, Agape Feier …
Im Eingangsbereich befindet sich unser religiöser Tisch mit einem großen Holzkreuz, der je nach Fest (Osterweg, Erntedank, St. Martin, Krippe in der Adventszeit) und religiösen Themen gestaltet wird. Dieser Bereich regt die Kinder dazu an, über aktuelle religiöse Themen mit ihren Eltern oder dem pädagogischen Personal zu sprechen.

Eingewöhnungsphase

In katholischen Kindertageseinrichtungen wird die Eingewöhnungsphase zum Wohl des Kindes gemeinsam mit den Eltern gestaltet.
(KTK-Gütesiegel Bereich Eltern).
Der Übergang in die Kindertageseinrichtung muss so gestaltet werden, dass es für alle positiv abläuft. Mit dem Eintritt in den Kindergarten durchlebt das Kind einen neuen Lebensabschnitt, der von vielen Emotionen und Unsicherheiten begleitet wird. Erst wenn das Kind Vertrauen zu den Erziehern und der Einrichtung aufgebaut hat ist es eingewöhnt.
Um die Eingewöhnungsphase optimal für alle Beteiligten zu gestalten, arbeitet unser Team angelehnt an Das Berliner Eingewöhnungsmodell (s. Anhang „Das Berliner Eingewöhnungsmodell).
Während der Eingewöhnungsphase sorgt das pädagogische Personal nicht nur für das Wohlbefinden der Kinder, sondern auch der Eltern. Hier ist ein intensiver Austausch mit den Eltern und Dokumentation der Entwicklung der Eingewöhnungsphase von großer Bedeutung. Die Bezugspersonen liefern wichtige Informationen was die Vorlieben und Gewohnheiten des Kindes angeht. Dies wird bei einem Aufnahmegespräch anhand von angefertigten Vorlagen schriftlich festgehalten. Vor dem Eintritt in den Kindergarten wird hierzu ein Termin mit den Eltern vereinbart. Alle Informationen, die pädagogischen Kräfte von den Eltern erfahren werden vertraulich behandelt. Nach der Eingewöhnungsphase, spätestens jedoch nach sechs Monaten finden Entwicklungsgespräche statt.

Sprachbildung

Sprache ist schon in den ersten Lebensjahren das wichtigste Denk- und Verständigungswerk. Eine vertrauensvolle Beziehung zu Erwachsenen und anderen Kindern fördert die Sprachfreude und ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute Sprachentwicklung.
Zur Erfüllung des Bildungs- und Erziehungsauftrages gehört die kontinuierliche Bildung der sprachlichen Entwicklung. Sprachbildung ist ein alltagsintegrierter, wesentlicher Bestandteil der frühkindlichen Bildung. Z.B. unterstützen Bücher, Fingerspiele, Lieder und ein neu eingerichteter Forscherbereich die Förderung. Damit die Kinder in einer ruhigen Umgebung in den Genuss kommen können, Geschichten zu hören oder selbst Geschichten zu erzählen, haben wir einen Medien- und Erzählraum eingerichtet. Denn Vorlesen und gemeinsames Betrachten von Bilderbüchern fördert die aktive und passive Sprachentwicklung, die Entwicklung der kindlichen Wahrnehmung, der Fantasie, der Konzentrationsfähigkeit und der Kreativität.
Die pädagogische Kraft ist ein positives Sprachvorbild und achtet darauf, dass sie mit vollständigen grammatikalisch richtigen Sätzen deutlich und langsam spricht. Sie nimmt die jeweiligen Potenziale der unterschiedlichen Situationen für sprachliche Bildung wahr und nutzt gezielt alltägliche Situationen wie z.B. Wickeln, Essen, Anziehen, um mit dem Kind ins Gespräch zu kommen.
Dadurch hat jedes Kind aufmerksame Gegenüber, die sich ihm feinfühlig in Gesprächen zuwenden. Jedes Kind bekommt die Gelegenheit, das Wort zu ergreifen und sich sprachlich zu erproben. Ebenso fühlt es sich sicher um seine Bedürfnisse auszudrücken, Beziehungen aufzubauen und das Miteinander zu gestalten.
Wir achten darauf, dass die Mehrsprachigkeit der Kinder akzeptiert und anerkannt wird. Die Sprachentwicklung in der Muttersprache wird erfragt. Gerade Kinder mit Deutsch als Zweitsprache brauchen von den päd. Fachkräften interessante Sprachanlässe, gezielte und systematische sprachliche Anregungen sowie sprachliche Vorbilder, an denen sie sich orientieren können.
Des Weiteren nimmt unsere Einrichtung an einem Bundesprogramm „Sprach-Kita“ teil. Im Rahmen dieses Projektes ist eine Sprach-Kita-Fachkraft zusätzlich angestellt, die die Aufgabe hat das gesamte Team in Qualitätsentwicklungsprozessen zu beraten, begleiten und fachlich zu unterstützen. Das Erfahrungswissen der zusätzlichen Fachkraft aus der eigenen sprachpädagogischen Arbeit fließt ein.
Die Kinder werden unter Verwendung geeigneter Verfahren beobachtet und die Ergebnisse werden dokumentiert. In gemeinsamer Absprache hat sich der Träger für das „Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindertageseinrichtungen“ (BaSiK) entschieden. Für die Anwendung des Verfahrens sind alle pädagogischen Kräfte geschult.

Konzeption zu U3 Betreuung


Kinder unter drei Jahren haben entwicklungsbedingt ganz andere Bedürfnisse als die Drei- bis Sechsjährigen. Durch einen Anbau und Einrichtung der Betreuungsform II in unserer Kindertageseinrichtung sind Mobiliar und Spielmaterial dieser Altersgruppe angepasst worden. Die neuen Räume entsprechen dem Bedürfnis der Kinder nach Spiel und Bewegung, Forschen und Entdecken, Entspannung und Rückzug, Essen und Schlafen.

Rahmenbedingungen

Die Gruppenstärke im U3-Bereich der Gruppenform II beträgt zehn Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren. In Ausnahmefällen kann ein Antrag beim Jugendamt gestellt werden, wenn das Kind noch nicht ein Jahr alt ist.
Für diese Altersgruppe ist es enorm wichtig, dass die kontinuierliche Anwesenheit einer pädagogischen Kraft aus dem U3-Bereich gewährleistet ist. Dies wird durch eine entsprechende Dienstplangestaltung geregelt.

Räumliche Gegebenheiten

Zum U3-Bereich unserer Kindertageseinrichtung, dem „Spatzennest“, gehören ein Gruppenraum, ein Essensraum („Spatzencafe“), zwei Schlafräume, ein Wasch- und ein Wickelraum.
Im Gruppenraum werden die besonderen Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt. Hier werden sie mit Angeboten zur Bewegung (Laufen, Krabbeln, Klettern, Rutschen, etc.) und zur Sinneserfahrung (Sehen, Fühlen, Hören, etc.) gefordert und gefördert.
Der Gruppenraum ist so gestaltet, dass die Kinder die Möglichkeit haben, durch ständig wechselnde Materialien in den Bildungsbereichen: Bauen, Rollenspiel, Kreatives Gestalten, Bewegungs- und Sinneserfahrung, ihren Interessen nachzukommen.
Ein Schlafraum wird auch außerhalb der Schlafenszeit als Ruheraum bzw. Entspannungsraum genutzt. Die Kinder können hier die Möglichkeit nutzen, sich auszuruhen und einzukuscheln, Bücher anzuschauen oder bei ruhiger Musik und/oder sanften, besonderen Lichtern zu entspannen.
In den Schlafräumen hat jedes Kind seinen eigenen Schlafplatz, welcher nach dem Wohlbefinden jedes Kindes ausgestattet ist.
Im „Spatzen-Café“ werden gemeinsame Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen) eingenommen.
Dort befindet sich außerdem eine Malwand. Somit wird es ermöglicht den Raum außerhalb der Essenszeiten auch für andere Zwecke zu nutzen.
Im separaten Wickelraum wird die Intim- und Privatsphäre aller Kinder geschützt. Der Wickeltisch verfügt über eine ausziehbare Treppe zum eigenständigen Erreichen des Wickelplatzes und Eigentumsschubladen für die persönlichen Pflegeutensilien jedes Kindes.
Der Waschraum ist mit kindgerechten Toiletten und Waschbecken ausgestattet und wird auch für Spielangebote mit dem Element Wasser genutzt.

Eingewöhnungsphase

Die Kinder aus dem U3-Bereich erfahren in der Regel mit der Aufnahme in die Kindertageseinrichtung die erste Trennung von den häuslichen Bezugspersonen. Daher ist eine ausreichend lange, in individuellem Tempo stattfindende Eingewöhnungszeit nötig, die erst beendet ist, wenn das Kind Vertrauen zur Bezugserzieherin gefasst hat.
Unser Team arbeitet in Anlehnung an das sogenannte „Berliner Modell“. (Ablauf s. Anhang).
Die Eingewöhnungsphase jedes Kindes wird täglich, anhand von angefertigten Vordrucken dokumentiert. Der Verlauf der Eingewöhnungszeit wird spätestens nach sechs Monaten gemeinsam mit den Eltern reflektiert und über die Entwicklungsdokumentation festgehalten.

Tagesablauf

Um den Kindern Sicherheit zugeben, ist der Tagesablauf im U3 Bereich durch Zeitstrukturen und Rituale geprägt. In Situationen, die den Zeitplan verändern (z.B. Erkrankung der Kinder) reagieren die pädagogischen Kräfte flexibel, individuell und passen sich den Bedürfnissen der Kinder an.
Unsere Einrichtung öffnet ab 7.00 Uhr und in der Bringphase bis 9.00 Uhr werden die Kinder an die pädagogische Kraft übergeben und evtl. aktuelle Informationen ausgetauscht.
Bis ca. 8.00 Uhr werden die Kinder aller Gruppen in der Bärengruppe gesammelt, um dann in ihre jeweiligen Gruppen zu gehen. Hier haben die Kinder dann Zeit für Freispiel oder Frühstück. Wir geben den Kindern die Möglichkeit im Rahmen ihrer Fähigkeiten selbstständig zu planen und zu entscheiden, was sie wann machen möchten. Um 9.00 Uhr treffen sich alle Kinder der Gruppe zum Morgenkreis, der immer mit einem „Guten Morgen“ Lied beginnt, dann folgen Spiele, Lieder, usw.
Anschließend können die Kinder Spielbereich, -material, -dauer und -partner frei wählen. Angeleitete Angebote finden in altersgerechter Form statt. Darüber hinaus haben auch die U3-Kinder ihren Fähig- und Fertigkeiten entsprechend die Möglichkeit die anderen Gruppen, sprich Funktionsräume aufzusuchen und die dort stattfindenden Angebote wahrzunehmen.
Möglichst bei jedem Wetter geht es dann nach draußen auf das Außengelände.
Um 11.30 Uhr findet das Mittagessen im Spatzen-Café statt und beginnt mit einem Tischgebet. Jedes Kind entscheidet selbst, was und wieviel es essen möchte. Nachdem dann die Kinder ihre Schlafutensilien (Kuscheltier, Schnuller) haben, geht es zum Ruhen in die Schlafräume. Mit bestehenden Ritualen beginnend, z.B. bei leiser Musik oder leisem Vorsingen/Summen kann sich nun jedes Kind vom Vormittag ausruhen und neue Kräfte sammeln. Im gesamten Tagesablauf werden auch die individuellen Schlafbedürfnisse der Kinder berücksichtigt.
An die Ruhephase schließt sich bis zum Abholen jedes Kindes nochmals eine Freispielphase an.

Hygiene und Sauberkeitserziehung

Das Wickeln ist ein intensiver Kontakt zwischen Erzieherin und Kind. Die ungeteilte Aufmerksamkeit, die das Kind hierbei erfährt, trägt zur Festigung der gegenseitigen Beziehung bei.
Das handlungsbegleitende Sprechen, Benennen von Körperteilen und Kleidungsstücken, sowie Lieder und Fingerspiele unterstützen die frühe sprachliche Entwicklung. Je nach Wunsch des Kindes beteiligt es sich an der Pflege.
Die Sauberkeitserziehung (Übergang von Windel zur Toilette) wird je nach Entwicklungsstand und nur in Absprache mit den Eltern von den pädagogischen Kräften unterstützt.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Bei der Arbeit im U3-Bereich haben Elterngespräche einen besonderen Stellenwert, da die jüngeren Kinder ihr Befinden noch nicht oder nur wenig äußern können.
Vor dem Beginn der Eingewöhnung findet ein Aufnahmegespräch statt, in dem die pädagogischen Kräfte wichtige Informationen über das Kind erfragen:
•Bisherige Entwicklung
•Spielverhalten
•Schlaf- und Essgewohnheiten
•Pflegebedarf
Auch im Verlauf der weiteren Kindergartenzeit ist es wichtig, dass Eltern und Erzieher wichtige Informationen austauschen.
Unser Team legt Wert auf eine gelungene Erziehungspartnerschaft mit gegenseitiger Anerkennung und Achtung, bei der das Kind im Mittelpunkt steht.

Dokumentation

Laut § 13b KiBiz soll die Entwicklung des Kindes beobachtet und regelmäßig dokumentiert werden.
Die Dokumentation zeigt die individuellen Entwicklungs- und Bildungsprozesse des einzelnen Kindes auf. Sie ist auch fachliche Grundlage für Entwicklungsgespräche mit Eltern.
In unserer Einrichtung nutzen wir folgende Dokumentationsmöglichkeiten:
Freie Beobachtungen verschriftlichen,
Grenzsteine der Entwicklung
Portfolio,
GABIP
Kunstwerke ausstellen.
BaSik
Die unterschiedlichen Dokumentationen werden wie folgt genutzt:
1.Freie Beobachtungen verschriftlichen
Während der Anwesenheit des Kindes werden die verschiedensten Beobachtungen gemacht, welche dann verschriftlicht werden.
2.Portfolio
Für jedes Kind wird am Beginn seiner Kindergartenzeit ein Ordner angelegt. Dieser gilt als persönliches Eigentum des Kindes. In den Portfolio-Ordner werden die Entwicklungs-und Lerngeschichten, Fotos, Steckbriefe und Kunstwerke des Kindes abgeheftet. Bevor etwas Neues im Ordner abgeheftet wird, sprechen das Kind und die Erzieherin über die erlebte Situation. Durch das Betrachten und Erzählen wiederholt das Kind die Situation. „Es lernt dabei, wie, wo und wann es was gelernt hat“. (Kindergartenpädagogik)
Des Weiteren zeigt der Ordner die Persönlichkeit und Individualität eines jeden Kindes. Die Kinder entwickeln Stolz-und Selbstwertgefühl.
Am Ende der Kindergartenzeit nehmen die Kinder den Ordner mit nach Hause.
3.GABIP
Beim Verabschieden des Kindes aus der Kindertageseinrichtung(In der Regel Übergang zur Schule) erhalten die Eltern einen Entwicklungsbericht. Er beinhaltet erworbene Kompetenzen aus den Bereichen:
Grobmotorik
Sprache
Kognition
Wahrnehmung
Sozialverhalte/Spielverhalten
Musik/Rhythmik
Interessen
Schule
Entwicklung
4.Kunstwerke ausstellen
In den Garderoben und Gruppenräumen werden Kunstwerke(Gemaltes, Gebasteltes) der Kinder aufgehängt. Dadurch erfahren die Kinder Anerkennung für sich und ihre Werte.
5.Grenzsteine der Entwicklung
Zusätzlich zu den Dokumentationen führen wir die Grenzsteine der Entwicklung durch. Diese werden vom Land Brandenburg-Ministerium für Bildung, Jugend und Sport entwickelt und dienen ausschließlich der Erfassung von Entwicklungsrisiken.
Hierbei werden Eckpunkte der Entwicklung überprüft, welche die Kinder im bestimmten Alter erreicht haben sollten. (Erhebungsbögen s. Anhang)
6.BaSiK (Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindertageseinrichtungen)
Es ist ein Beobachtungsverfahren, das einen umfassenden Überblick über die sprachlichen Kompetenzen jedes Kindes gibt. Die Beobachtung erfolgt im pädagogischen Alltag. Die Sprachkompetenzen werden in realen Alltagssituationen beobachtet und dokumentiert.

inklusive/integrative Erziehung

Laut SGB VIII § 22a und Kinderbildungsgesetz § 8 haben alle Kinder ein Recht auf eine wohnortnahe Betreuung.
Inklusion bedeutet, dass ALLE Menschen dazugehören und dieselbe Chance auf Bildung haben, egal ob mit oder ohne Behinderung.
Aus diesem Grund arbeitet unsere Einrichtung inklusiv/integrativ und schließt alle Familien mit ein. Wir ermöglichen Kindern mit einer Behinderung oder Kindern, die von einer Behinderung bedroht sind, den Besuch unserer Einrichtung.
Ziele einer solchen Pädagogik der Vielfalt sind:
Chancengleichheit
Antidiskriminierung
Soziale Gerechtigkeit
Teilhabe des Kindes und seiner Familie
(Kindergarten heute 1/2014 das Leitungsheft)
Wir sehen Inklusion als einen sozialen Prozess, bei dem gleichberechtigtes Zusammenleben die Grundlage für gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse ist.
Inklusion hilft, Vorurteilen vorzubeugen und es entsteht ein natürlicher Umgang mit Behinderungen. Es werden Ängste und Verhaltensunsicherheiten abgebaut.

Ziel der inklusiven und integrativen Erziehung ist es, alle Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen, zu ermutigen und zu stärken. Das Kind soll eine möglichst große Selbständigkeit im Bereich des Alltags erlangen. Unsere Arbeit erlaubt den Kindern, gemeinsam voneinander zu lernen. Die Kinder mit einer Beeinträchtigung werden in unserer Einrichtung nicht therapiert, sondern nach individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten in ihrer Entwicklung unterstützt. Die Unterstützung dieser Kinder findet im Rahmen der täglichen Abläufe des Kindergartenalltags statt. Die Kinder bekommen so viel Hilfe wie nötig und so wenig wie möglich. Innerhalb des Gruppenlebens achten wir darauf, dass die Kinder nicht unter- bzw. überfordert werden. Uns ist es wichtig, gemeinsame Spielsituationen in Klein- und in Großgruppen anzuregen. Bei der Auswahl des Angebotes achten wir darauf, dass sich diese an der Lebensumwelt der Kinder orientieren und auf ihre Stärken und Interessen angepasst sind. Die Kinder bekommen Zugang zu Bildungsprozessen und werden angeregt, sich an vielen Entscheidungen zu beteiligen.

Um die inklusive und integrative Erziehung zu realisieren und die Kinder mit einer Behinderung bzw. die von einer Behinderung bedroht sind, in ihrer Entwicklung zu begleiten, wird ein Antrag auf Gewährung einer Zuwendung zu den behinderungsbedingten Betriebskosten bei dem Landschaftsverband Westfalen- Lippe (LWL) gestellt. Die Antragstellung beinhaltet einen Teilhabe- und Förderplan, der gemeinsam mit den pädagogischen Kräften und der Fachkraft mit dem Schwerpunkt inklusive/integrative Erziehung erarbeitet wird. Erfolgt eine Zusage seitens des LWL, wird eine zusätzliche Fachkraft vom Träger eingestellt, die das Stammteam entlastet, damit es sich um die Belange der inklusiven/integrativen Erziehung kümmern kann. Sie unterstützt das Team in seiner gesamten pädagogischen Arbeit. Auf diese Art und Weise ist weiterhin die konstante Bindung gewährleistet. Die Fachkraft mit dem Schwerpunkt inklusive/integrative Erziehung ist eine staatlich anerkannte Erzieherin. Sie besucht regelmäßig Arbeitskreise, erarbeitet die Teilhabe- und Förderpläne und bespricht diese mit dem gesamten Team. Die anderen Mitarbeiter nehmen nach Bedarf an Fortbildungen teil, die hilfreich für die Gestaltung des Tagesablaufes sind.
Auch eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern und anderen Institutionen ist für uns von großer Bedeutung. Sie findet unter Einhaltung des Datenschutzes und im Einvernehmen mit den Eltern mit Frühförderstellen, Therapeuten und Ärzten vor Ort statt.
Es findet ein regelmäßiger Informationsaustausch mit den Eltern statt. Hier erfahren die Eltern den aktuellen Entwicklungsstand ihres Kindes und werden über die Inhalte der Förder- und Teilhabepläne sowie über weitere entwicklungsförderliche Maßnahmen informiert.
Eine große Bedeutung haben auch Informationen seitens der Eltern, wie z.B. Veränderungen in der Familie, der individuelle Lebensstil, Berichte anderer Institutionen, bei denen die Kinder therapeutisch betreut werden.
Bereits bei der Anmeldung erfolgt ein intensiver Aufnahmeprozess. Die Eltern liefern uns wichtige Informationen über das Kind. So ist es den pädagogischen Kräften möglich, sich gut auf ihren ersten Kindergartentag vorzubereiten.
In den integrativen Gruppen findet keine Überbelegung statt.

Partizipation

Demokratie muss erlernt werden, indem sie im Alter gelebt wird. In diesem Sinne beginnt eine politische Bildung, eine Demokratiebildung bereits in Kindertagesstätten. Damit in der Kita eine demokratische Kultur gelebt werden kann, bedarf es einer Orientierung an den Interessen und Bedürfnissen der Kinder und Strukturen, die Beteiligung und Mitsprache ermöglichen.
Durch die Förderung von Partizipation wird den Kindern der Weg für demokratische Lernprozesse geebnet. („Kindergarten heute 1/2013“)

In der UN-Kinderrechtskonvention wird den Kindern u. a. zugesichert:
Kinder haben das Recht, bei allen Dingen die sie betreffen mitzubestimmen und zu sagen was sie denken.

Dies beinhaltet auch die Möglichkeit zur Beschwerde.
Von den pädagogischen Kräften unserer Einrichtung erfordert dies Respekt gegenüber den Empfindungen der Kinder und die Einsicht, dass es auch auf Seiten von uns Erwachsenen Unvollkommenheit, Fehlverhalten und Verbesserungsmöglichkeiten der Arbeit gibt.
Nur auf dieser Grundlage können unsere Kinder erfahren, dass:
sie Beschwerden angstfrei äußern können,
ihnen Respekt und Wertschätzung entgegengebracht werden,
sie bei Bedarf individuelle Hilfe erhalten,
Fehlverhalten von Seiten der Erwachsenen eingestanden wird und Verbesserungsmöglichkeiten umgesetzt werden.
(„Sicherung der Rechte von Kindern als Qualitätsmerkmal von Kindertageseinrichtungen“)

In unserem Kindergartenalltag wird Partizipation in folgender Form praktiziert:
Alle …. pflegen einen respektvollen Umgang miteinander
MitarbeiterElternKinder
Beschwerden der Kinder werden ernstgenommen, ausdiskutiert
Beschwerden der Kinder werden in einem Beschwerdeordner notiert.
Bei Beschwerden, die nicht sofort geklärt, bzw., ausdiskutiert werden konnten, wird eine Vereinbarung getroffen und im Beschwerdeordner festgehalten. In der Vereinbarung wird ein Datum für ein nächstes Treffen mit den Betroffenen festgelegt um die Beschwerde zu klären.
Die Kinder entscheiden selbst in welchem Spielbereich sie sich aufhalten und an welchen Aktionen sie teilnehmen
Die Kinder entscheiden selbst wann, und mit wem sie frühstücken gehen und wie viel sie essen möchten

Täglich findet der Morgenkreis statt:
Die Kinder gestalten den Morgenkreis mit, indem sie ihre Wünsche äußern, was die Auswahl der Spiele oder Lieder betrifft.
Montags ab 9.30 Uhr findet das Kinderparlament statt. Dazu gehören die Maxis und Kinder, die in der Lage sind aktiv daran teilzunehmen.
Die Anliegen der Kinder werden ernstgenommen, besprochen, diskutiert. Hierzu erhalt das Kind, das etwas mitteilen möchte den Erzählstein
Die Mitarbeiter akzeptieren die Entscheidungen des Kindes solange sie seinem Wohl dienen
Projekte und Aktionen werden gemeinsam mit den Kindern geplant

Ihr Recht auf Mitbestimmung können alle Kinder auf folgende Weise wahrnehmen:
Kinder äußern ihre Meinung und Wünsche
Regeln werden mit den Kindern gemeinsam besprochen und aufgestellt
Jeder hat das gleiche Recht gehört zu werden
Jeder hat nur eine Stimme
Entscheidungen treffen/ Abstimmungen durchführen.

„Auch wenn man durch Aushandlung nicht immer einen Konsens mit den
Kindern findet, so lernen sie doch, dass ihre Meinung gehört wird, es sich lohnt, diese zu äußern.“ ( „Kindergarten heute 8/2011“)

U-3- Kinder

„Partizipation von Kleinstkindern bedeutet, dass sie an allen sie betreffenden Entscheidungen beteiligt werden.“ („Kindergarten heute 8/2011“)

Auch bei Ein - bis Dreijährigen bieten sich im Alltag vielzählige Möglichkeiten zur Mitgestaltung, Mitbestimmung.

Beispiel Essen: zeigt das Kind, dass es satt ist – z.B. indem es den Mund nicht mehr öffnet oder den Kopf wegdreht – wird dies von den Fachkräften wahrgenommen und akzeptiert.

Beispiel Morgenkreis: den Kindern wird angeboten im Morgenkreis mitzuspielen, zu musizieren. Den Ablauf planen die pädagogischen Kräfte unter der Berücksichtigung der Interessen, die aus der Beobachtung her gehen.
Bei gruppenübergreifenden Entscheidungen, z.B. Anschaffungen, Eltern-Kind-Aktionen), stimmen auch die Kinder aus dem U3-Bereich durch Foto im Morgenkreis ab. Wenn die Kinder dazu noch nicht in der Lage sind, entscheiden die pädagogischen Kräfte stellvertretend im Sinne des Kindes.

Beispiel Pflegesituation:Die Bezugserzieherin achtet darauf, vor dem Wickeln mit dem Kind in Kontakt zu treten und wenn möglich zu fragen, ob es jetzt gewickelt werden möchte. Das Kind kann z.B. auch zeigen, ob es eventuell von einer anderen Person gewickelt werden will.

Soziale Kontakte:Das Kind zeigt und entscheidet selbstbestimmt, zu wem und in welchem Maße es Bindung aufbaut bzw. Kontakt, Zuwendung der Fachkräfte einfordert. (z.B. dass es die Tätigkeiten der Fachkräfte begleitet: Teewagen holen, Frühstücken, alltägliche Handlungen).

Raumgestaltung und Material:
Die Rahmenbedingungen sind so gestaltet, dass auch die U-3- Kinder eigene Entscheidungen treffen können
Offene Schränke mit frei zugänglichem Material in Körben
Die Räume sind so eingerichtet, dass die Kinder sich frei bewegen können ohne dass wir Erzieher aus Angst vor Verletzungen oder Unfällen ständig Verbote aussprechen oder einschreiten müssen.

Es besteht auch außerhalb der Mittagsruhe für die Kinder jederzeit die Möglichkeit sich zurückzuziehen und auszuruhen.

Sexualerziehung

Grundsätzliches
Es ist wichtig, dass die Kinder so erzogen werden, dass sie nach ihren Vorlieben handeln. Jeder soll die Möglichkeit haben das zu machen was er gut kann.
Kinder sind von Geburt an sexuelle Individuen. Um ihre Geschlechtsidentität wahrnehmen zu können, wird das Rollenverhalten von Mädchen und Jungen individuell respektiert.
Für die Sexualerziehung in der Kindertageseinrichtung ist das pädagogische Personal geschult. Somit sind die Mitarbeiterinnen in der Lage zwischen unterschiedlichen Ansprüchen und Bedürfnissen von Kindern zu agieren.
Das pädagogische Personal geht auf Anfragen der Kinder methodisch ein z. B. mit Bilderbüchern, die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen erklären.
Bei tiefergehenden Fragen wie z. B. Schwangerschaft, wie entsteht ein Baby, arbeitet das pädagogische Personal eng mit den Eltern zusammen.
Der weitere Verlauf der sexuellen Aufklärung liegt in der Hand der Eltern, da diese unterschiedliche Werte und Erziehungsstile bezogen aus Sexualerziehung haben.
Die Sexualerziehung in der Kindertageseinrichtung hat zum Ziel:
•Die Kinder nehmen ihren Körper wahr und akzeptieren ihn
•Die Kinder nennen ihre Körperteile bei Namen
•Die Kinder wissen, dass der Körper ihnen allein gehört
•Die Kinder erfahren Sicherheit, indem sie eventuell Ängste und Hemmungen ablegen
•Die Kinder stärken ihr Selbstvertrauen
•Die Kinder stärken ihr positives Körpergefühl

Mögliche Folgen von Abwertung oder Verboten könnten sein, dass:
•Zugang zu Sinnlichkeit, Beziehungsfähigkeit erschwert wird, da wichtige Erfahrungen vorenthalten sind
•Zugang zu einer befriedigenden erwachsenen Sexualität schwierig wird
•Sexuelle Aktivität zu Schuldgefühlen und Belastung führen kann

Kindliche Sexualität
Je nach Alter befinden sich die Kinder in verschiedenen Entwicklungsstufen, um ihren Körper kennenzulernen und zu erkunden.
In den ersten Lebensjahren stehen das Bedürfnis nach Geborgenheit, Zärtlichkeit, sinnlicher Nähe und die Lust am eigenen Körper im Vordergrund, die maßgeblich zur sexuellen Entwicklung beitragen.
Babys und Kleinkinder entdecken ihren Körper und ihre Umwelt durch:
•Berühren
•Greifen
•Dinge in den Mund stecken
Im späteren Kindergartenalter setzen sie sich bewusst mit ihrer Geschlechterrolle auseinander und es wird ihnen klar, dass sie ein Junge oder ein Mädchen sind. Mit großem Interesse werden die Geschlechtsorgane „untersucht“ und die Verschiedenheit der Geschlechter entdeckt. Die Kinder erkunden das andere Geschlecht und versichern sich außerdem, dass sie genauso sind wie andere Kinder des eigenen Geschlechts.

Körpererkundungsspiele (Doktorspiele)
Um herauszufinden wie sie selbst oder andere aussehen, spielen die Kinder oft Körpererkundungsspiele, begleiten andere beim Toilettenbesuch. Hiermit befriedigen Sie ihre Neugier und spielen Gehörtes und Gesehenes nach.
Je älter die Kinder werden, desto mehr Bedeutung gewinnen die Doktor- und Rollenspiele, in denen die Kinder familiäre oder andere für sie wichtige Situationen nachspielen. Die Kinder lernen spielerisch ihren Körper kennen, was eine selbstbestimmte und lustvolle psychosexuelle Entwicklung fördert. Dass dabei schöne Gefühle entstehen können, stärkt ihr Vertrauen, ihre sinnliche Wahrnehmung und ihr Körpergefühl. Gleichzeitig wird soziales Handeln eingeübt, sowie eigene Grenzen gezogen und Grenzen der anderen geachtet.

Grenzachtender Umgang
Folgende Regeln sind uns wichtig:
•Wir achten darauf, dass die Kinder im Spiel die Unterwäsche anlassen
•Die Kinder haben einen geschützten Raum zum Umziehen und für sexuelle Handlungen
•Es wird nichts in eine Körperöffnung gesteckt
•Kein Kind tut einem anderen Kind weh
•Der Altersunterschied zwischen den beteiligten Kindern ist nicht größer als ein bis höchstens zwei Jahre
•Jedes Kind darf selbst bestimmen, ob und mit wem es spielen möchte
•Ein „nein “ muss akzeptiert werden
•Es darf – falls erforderlich – Hilfe geholt werden.
•Die Intimsphäre der Kinder ist gewahrt
•Das Schamgefühl eines Kindes muss respektiert werden
Die Kinder werden nicht ausgelacht oder verspottet
Toilettentür bleibt geschlossen

Sexuelle Übergriffe unter Kindern
Kindliche Sexualität ist eine ganzheitliche Lebenserfahrung. Im Kindesalter ist es normal, dass Kinder sich mit ihrem Körper und dem anderen Geschlecht auseinandersetzen.
Zum Schutz des Kindes ist es wichtig, sich an einige Regeln zu halten wie z.B.

-Beim Einnässen die Intimsphäre des Kindes zu bewahren
-Die Grenzen des Kindes sind zu akzeptieren
-Wenn ein „Nein-Gefühl“ beim Kind entsteht, dann muss es „Stopp“ sagen

Sollten die Grenzen eines Kindes verletzt werden, sei es durch Ausprobieren oder Drohungen, handeln wir.
Beim Ausprobieren kann es auch zu Grenzverletzungen kommen, diese können unabsichtlich verletzt werden, aber es gibt auch Situationen, in denen Kinder mit Drohungen, Erpressungen oder Gewalt gezwungen werden. Hier spricht man von sexuellen Übergriffen unter Kindern.
Bei sexuellen Übergriffen müssen wir sofort handeln.

-Das betroffene Kind in Schutz nehmen.
-Dem Kind Sicherheit geben das es nichts Verbotenes getan hat.
-Dem Kind das Recht einzugestehen „Nein“ zu sagen und ggf. Hilfe holen.
-Das übergriffige Kind wird auf sein Verhalten angesprochen und es wird ihm verdeutlicht welche Grenzen es überschritten hat.
-Das Verhalten wird verboten und ggf. wird ein Spielverbot in besonderen Bereichen ausgesprochen.
-Das Kind wird verstärkt beobachtet und ggf. begleitet.
-Kontakt zu den betroffenen Eltern wird gesucht und es wird zeitnah. ein Gespräch geführt. Die Situation und der Umgang damit wird dokumentiert und weitergeleitet.

9.4 Einbezug der Eltern
Bereits im Anmeldegespräch werden die Eltern über die Sexualerziehung in der Kindertageseinrichtung informiert.
Mit dem Betreuungsvertrag wird den Eltern die Broschüre „Liebevoll begleiten“ ausgehändigt.
Wir bieten jährlich einen Elternabend zum Thema kindliche Sexualität an.
Das pädagogische Personal steht den Eltern für Fragen zur Verfügung.
Kommt bei einem Kind die Frage auf, wie die Babys in den Bauch kommen, ist das erste Interesse an der Aufklärung beim Kind erwacht.
In diesen Situationen ist uns der direkte Austausch mit den Eltern besonders wichtig. Da sexuelle Aufklärung von Familie zu Familie sehr individuell und unterschiedlich passiert, legen wir hier die Verantwortlichkeit in die Hände der Eltern.

Mitarbeiter/Leitung
Die Mitarbeiter sind durch Teilnahme an Fortbildungen geschult in Sexualpädagogik.
Die Mitarbeiter handeln entsprechend dem institutionellen Schutzkonzept und dem daraus erarbeiteten Verhaltenskodex, der für alle Mitarbeiter verbindlich ist. Das erarbeitete Schutzkonzept wird jährlich evaluiert.
Es ist uns wichtig, dass:
•die Mitarbeiter Grenzen achten und als Vorbild fungieren.
•sexuelle Handlungen zugelassen werden, solange sie keinem anderen oder dem Kind selbst schaden.
•sexuelle Aktivitäten weder tabuisiert noch bestraft werden
•das Schamgefühl eines Jeden respektiert wird.
•Alle im Team dieselben Begrifflichkeiten verwenden.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Der Kindergarten ist eine familienunterstützende und familienergänzende Einrichtung.
Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Eltern und pädagogischen Kräften ist eine Voraussetzung für die Förderung des Kindes.
Die pädagogischen Kräfte streben eine Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Eltern an und übernehmen dadurch gemeinsam mit den Eltern die Verantwortung für Bildung und Betreuung der Kinder unter Berücksichtigung der Wohn und Arbeitsverhältnisse der Familien.

Sie gestalten ihre Arbeit in der Einrichtung transparent, um den Eltern größtmöglichen Einblick zu gewähren und auf diese Weise die Partnerschaft zu fördern. (Mindeststandards zur Zusammenarbeit mit den Eltern laut gem. GmbH)

Das geschieht durch:

•Aushänge im Eingangsbereich an den Gruppenpinnwänden und im
Schaukasten
•persönliche Absprachen
•Entwicklungsgespräche und Dokumentation der Gespräche
•Tür-und Angelgespräche
•Elternbriefe
•Elternnachmittage- Abende
•Bedarfsanalyse (einmal im Jahr)
•Zufriedenheitsabfrage ( einmal im Jahr )
•Digitaler Bilderrahmen

Entwicklungsgespräche
Die Gespräche finden mindestens einmal im Jahr statt, spätestens jedoch nach sechs Monaten des neuen Kindergartenjahres. Die Eltern erhalten eine Einladung dazu und tragen sich in der Anmeldeliste ein. Es findet ein intensiver Austausch zum aktuellen Entwicklungsstand des Kindes statt. Der Entwicklungsstand der Kinder wird stets dokumentiert. Die Eingewöhnungsphase der Kinder wird anhand vorgefertigter Vordrucke dokumentiert und den Eltern an diesem Tag mitgeteilt.
Des Weiteren haben die Eltern die Möglichkeit nach Bedarf ein Gespräch mit den pädagogischen Kräften zu führen. Diese Elterngespräche werden vertraulich behandelt und haben nicht die Form eines Tür- und Angelgesprächs.

Elternbeirat:

Der Elternbeirat fördert die Zusammenarbeit zwischen Eltern, den pädagogischen Kräften und dem Träger. Er wirkt im Wesentlichen bei inhaltlichen und organisatorischen Entscheidungen mit und hat beratende Funktionen.
Der Rat der Tageseinrichtung besteht zu je einem Drittel aus Vertreterinnen und Vertretern des Trägers, des Personal und des Elternbeirates
(Statutenheft S. 16 und 17)

Beschwerdemanagement
1.Das Bearbeitungsverfahren ist verlässlich und einheitlich.
2.Beschwerden werden dokumentiert und ausgewertet. Dies führt zur ständigen Verbesserung.
3.Steigerung mit der Zufriedenheit der Arbeit der Kindertageseinrichtung.
4.Beschwerden werden versachlicht.
5.Beschwerdegeber werden ernst genommen.
(QM-Handbuch)
Über das Beschwerdemanagement werden die Eltern bei der ersten Elternversammlung informiert. Beschwerden können schriftlich oder mündlich dem Elternbeirat mitgeteilt werden oder mündlich in einem Gespräch mit den pädagogischen Kräften.

Zusammenarbeit mit anderen Istitutionen

Formen der Zusammenarbeit:

Exkursionen
Beratungsgespräche
Fachlicher Austausch
E-Mail
Gegenseitige Besuche
Planung und Durchführung von gemeinsamen Aktionen in Kalthof
Durchführung von Projekten durch Außenstehende Institutionen, z.B. Polizei
Gottesdienste /Wort-Gottes-Feier
Es besteht eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Grundschule Kalthof und unserer Kindertageseinrichtung. Ziel der Vereinbarung ist, Kindern die Inhalte, Impulse und Anregungen zu geben, die sie benötigen, damit sie sich Werte, soziale und emotionale Kompetenzen, Wissen und Fertigkeiten aneignen können.
Enge Zusammenarbeit mit der Verbundeinrichtung des Familienzentrums

Ziele der Zusammenarbeit:

Wir pflegen Kontakte zu verschiedenen Institutionen.
Die pädagogischen Kräfte werden fachlich beraten und unterstützt.
Die Kinder und die pädagogischen Kräfte werden fachlich begleitet und gefördert.
Der Übergang der Kinder zur Schule wird positiv gestaltet.
Wir machen uns interessant für neue Eltern.
Wir werden auf dem aktuellen Stand der Vorgaben des Trägers und öffentlicher Einrichtungen, bzw. Ämter gehalten.

Im Sinne unseres Auftrags zur Erziehung, Bildung und Betreuung arbeiten wir mit folgenden Einrichtungen/Ansprechpartnern zusammen:

Feuerwehr Vereinsgemeinschaft Politische Gemeinde

Katholische Kirche Musikschule
Diözesancaritasverband Paderborn
Andere Kindergärten
Kindergarten

Evangelische Kirche
verschiedene Arbeitskreise
Träger
Sparkasse
Leiterinnenkonferenz
Jugendamt Iserlohn
Polizei
Ortscaritasverband Iserlohn
Grundschule

Schulen (Praktikanten) Frühförder- u. Beratungsstellen